Das Wichtigste in Kürze
- Das Fragen nach dem Weg braucht drei Sätze, das Verstehen der Antwort fünfzehn Wörter.
- Wegbeschreibungen folgen festen Mustern aus Richtung, Entfernung und Orientierungspunkt.
- Die wichtigste Fähigkeit ist das Nachfragen, nicht das Formulieren.
- Englische Entfernungen werden in Minuten oder in Blöcken angegeben, selten in Metern.
Fragen ist leicht, Verstehen ist schwer
Eine Wegbeschreibung auf Englisch zu erbitten gelingt fast jedem: „Excuse me, how do I get to the station?“ ist schnell gelernt. Das eigentliche Problem beginnt danach, wenn die Antwort in normalem Sprechtempo kommt und drei Abbiegungen enthält.
Deshalb lohnt es sich, die Übung umzudrehen. Wer die fünfzehn Wörter sicher kennt, die in jeder Wegbeschreibung vorkommen, versteht die Antwort auch dann, wenn er nicht jedes Wort mitbekommt.
Dazu gehört die Bereitschaft, sofort nachzufragen. Eine halb verstandene Wegbeschreibung führt zuverlässig in die falsche Richtung, und niemand nimmt es übel, wenn man um Wiederholung bittet.
Hilfreich ist außerdem, sich die Beschreibung bestätigen zu lassen: Wer wiederholt, was er verstanden hat, bekommt die Korrektur gleich mit.
Die drei Fragen
Die einfachste Form ist „Excuse me, where is the post office?“ Etwas natürlicher klingt „Could you tell me how to get to the post office?“, und für die Entfernung fragt man „Is it far from here?“
Wer sich verlaufen hat, beginnt mit „I think I'm lost. I'm looking for Baker Street.“ Das erklärt die Lage in zwei Sätzen und bringt meist sofort Hilfe.
Vor jeder Frage steht „Excuse me“. Ohne diese Einleitung wirkt das Ansprechen Fremder im englischsprachigen Raum unhöflich — der Unterschied zum deutschen „Entschuldigung“ liegt nur darin, dass es nie weggelassen wird.
Praktisch ist zusätzlich, die Adresse auf dem Telefon zu zeigen. Das Zeigen ersetzt die Aussprache schwieriger Ortsnamen, die, wie dieser Beitrag zeigt, selten so klingen, wie sie geschrieben werden.
Die Wörter der Richtung
Der Kern besteht aus wenigen Ausdrücken: straight on (geradeaus), turn left, turn right, take the first left, go past (vorbeigehen an), opposite (gegenüber), next to (neben), between, behind, in front of.
Dazu kommen die Orte, an denen man abbiegt: crossroads oder junction (Kreuzung), roundabout (Kreisverkehr), traffic lights (Ampel), corner (Ecke), bridge, square.
Häufig sind auch die Verben des Gehens: carry on, keep going, follow the road, cross the street, head north. „Head“ in dieser Bedeutung begegnet Lernenden selten im Unterricht und ständig in der Wirklichkeit.
Diese Wörter sammelt das Wortfeld Wegbeschreibung, die Himmelsrichtungen stehen in Himmelsrichtungen.
Wie Entfernungen angegeben werden
Im Englischen hört man selten Meterangaben. Üblich sind Zeitangaben — „about ten minutes on foot“ — oder Orientierungspunkte: „it's just past the church“.
In den USA rechnet man häufig in Blöcken: „Go three blocks and turn right.“ Ein Block ist der Abschnitt zwischen zwei Querstraßen, also keine feste Länge.
In Großbritannien kommen Meilen und Yards vor, vor allem außerhalb der Städte. Eine Meile sind gut anderthalb Kilometer, ein Yard knapp ein Meter.
Wer unsicher ist, fragt nach der Dauer statt nach der Strecke: „How long does it take to walk?“ Diese Frage liefert eine Antwort, die man sofort einordnen kann.
Ein häufiges Missverständnis betrifft das Wort „block“ in Großbritannien: Dort bezeichnet es meist ein Gebäude, nicht einen Straßenabschnitt. Wer in London nach drei Blocks sucht, wird nicht fündig — dort rechnet man in Minuten oder nennt die nächste Querstraße.
Die Antwort verstehen
Wegbeschreibungen folgen fast immer demselben Aufbau: zuerst die Richtung, dann der Punkt zum Abbiegen, dann das Ziel. „Go straight on for about two hundred metres, then turn left at the traffic lights. It's on your right, next to the bank.“
Wer dieses Muster kennt, kann die Lücken füllen. Selbst wenn man das Wort „traffic lights“ nicht versteht, weiß man, dass dort eine Abbiegung kommt, und erkennt sie vor Ort.
Nützlich ist, beim Zuhören mitzuzählen: eine Richtung, eine Abbiegung, ein Orientierungspunkt. Drei Dinge lassen sich merken, fünf nicht.
Deshalb ist es sinnvoll, nach zwei Schritten zu unterbrechen: „So, left at the lights — and then?“ Das teilt die Beschreibung in Portionen auf.
Nachfragen, bis es sitzt
Die wichtigsten Rückfragen sind: „Sorry, could you say that again?“, „Could you speak a bit more slowly, please?“, „Did you say left or right?“
Zur Bestätigung wiederholt man knapp: „So I go straight on and turn left at the church?“ Die Antwort darauf ist meist ein kurzes „That's right“ oder eine Korrektur.
Wenn gar nichts hilft: „Could you show me on the map?“ Das Zeigen auf dem Telefon löst fast jede Verständigungsschwierigkeit.
Diese Rückfragen sind kein Zeichen von Schwäche. Auch Muttersprachler benutzen sie ständig, weil Wegbeschreibungen von Natur aus schwer zu merken sind.
Selbst den Weg erklären
Wer gefragt wird, kommt mit demselben Muster aus. Richtung, Abbiegung, Ziel — und am besten langsam.
Eine brauchbare Antwort lautet: „Go down this street, past the supermarket, and turn right after the bridge. It's about five minutes.“
Nützlich ist der Hinweis auf Sichtbares: „You'll see a big red building on the left.“ Orientierungspunkte helfen mehr als Straßennamen, die man nicht lesen kann.
Wenn man es selbst nicht weiß, ist die ehrliche Antwort die beste: „Sorry, I'm not from here either.“ Das ist ein Satz, den man ebenfalls parat haben sollte.
Im Auto und mit dem Navi
Beim Autofahren gelten andere Wörter: motorway (britisch) oder highway und freeway (amerikanisch), exit (Ausfahrt), lane (Spur), junction (Anschlussstelle), roundabout.
Navigationsansagen folgen festen Formeln: „In two hundred metres, turn right“, „Take the second exit at the roundabout“, „Keep left“, „You have reached your destination.“
Wer das Gerät auf Englisch stellt, lernt diese Wendungen nebenbei und sicher — eine der wirksamsten Alltagsübungen überhaupt, wie Englisch in den Alltag integrieren beschreibt.
Weitere Begriffe rund ums Fahren stehen in Englisch für Autofahrer.
In zwanzig Minuten vorbereitet
Wer die fünfzehn Richtungswörter einmal laut durchgeht und drei Fragen auswendig lernt, ist für jede Stadt gerüstet. Mehr braucht es für diese Situation nicht.
Eine wirksame Übung ist, den eigenen Arbeitsweg auf Englisch zu beschreiben — laut, von der Haustür bis zum Ziel. Dabei fällt sofort auf, welche Wörter fehlen.
Ebenso nützlich ist, Wegbeschreibungen in Filmen bewusst mitzuhören. Sie kommen häufiger vor, als man denkt, und folgen immer demselben Muster.
Für die Stadt insgesamt lohnt das Wortfeld Stadt und Orte, das Gebäude und öffentliche Einrichtungen abdeckt.
Häufige Fragen
- Wie frage ich am höflichsten nach dem Weg?
- „Excuse me, could you tell me how to get to …?“ ist die freundlichste Form. Ein vorangestelltes „Excuse me“ ist dabei nicht optional, sondern gehört fest dazu.
- Was ist ein Block?
- Der Abschnitt einer Straße zwischen zwei Querstraßen, vor allem in amerikanischen Städten. Eine feste Länge hat er nicht, meist sind es achtzig bis hundertfünfzig Meter.
- Was mache ich, wenn ich die Antwort nicht verstehe?
- Sofort nachfragen und wiederholen, was man verstanden hat. „So, left at the lights?“ bringt die Korrektur, bevor man in die falsche Richtung läuft.
- Heißt es motorway oder highway?
- „Motorway“ ist britisch, „highway“ und „freeway“ sind amerikanisch. Alle drei werden verstanden, auf Schildern steht jeweils die landesübliche Form.
Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 03. Oktober 2026
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