Das Wichtigste in Kürze
- Die Buchstabenfolge th steht für zwei verschiedene Laute: stimmlos in think, stimmhaft in this.
- Beide werden mit der Zungenspitze zwischen oder an den oberen Schneidezähnen gebildet.
- Der Ersatz durch s, z oder f ist die häufigste deutschsprachige Lösung und die auffälligste.
- Welcher der beiden Laute gilt, hängt weitgehend davon ab, ob es ein Funktionswort oder ein Inhaltswort ist.
- Minimalpaare wie think und sink machen den Unterschied hörbar, bevor man ihn sprechen kann.
Zwei Laute unter einer Schreibung
Das englische th aussprechen zu lernen, beginnt mit einer Feststellung, die viele überrascht: Es gibt nicht einen th-Laut, sondern zwei. Der stimmlose in think, thank, three und der stimmhafte in this, that, mother. Geschrieben sind sie identisch, gebildet werden sie an derselben Stelle, und der einzige Unterschied liegt darin, ob die Stimmbänder dabei mitschwingen.
Im Deutschen kommt keiner der beiden Laute vor. Die Buchstabenfolge th existiert zwar in Theater oder Thema, wird dort aber wie ein einfaches t gesprochen. Genau deshalb greift das deutsche Ohr beim Hören zu einem Ersatz, und je nach Person fällt dieser Ersatz unterschiedlich aus: s, z, f oder t.
Praktisch ist die Arbeit an diesem Laut überschaubar, weil sie ein rein mechanisches Problem löst. Es geht um eine Zungenposition, die man sehen und im Spiegel kontrollieren kann. Das unterscheidet das th von Baustellen wie den Vokallängen, bei denen minimale Verschiebungen im Mundinneren entscheiden.
Wie der Laut gebildet wird
Die Zungenspitze berührt leicht die Unterkante der oberen Schneidezähne oder schiebt sich ein wenig zwischen die Zahnreihen. Dann wird Luft durch den entstehenden schmalen Spalt gedrückt. Es entsteht ein leises Reibegeräusch, kein Knall und kein Zischen. Wichtig ist, dass die Zunge locker bleibt — Druck macht daraus ein t.
Für den stimmhaften Laut in this ändert sich nur eines: Die Stimmbänder schwingen mit. Man kann das prüfen, indem man zwei Finger an den Kehlkopf legt. Beim th von think spürt man nichts, beim th von this eine deutliche Vibration. Diese Prüfung ist verlässlicher als das eigene Gehör, solange das Gehör den Unterschied noch nicht sicher sortiert.
Ein häufiger Zwischenschritt hilft beim Einstieg: Man übertreibt bewusst und schiebt die Zunge sichtbar weit zwischen die Zähne. Das klingt zunächst falsch, aber es baut die Bewegung überhaupt erst auf. Sobald sie sicher sitzt, zieht man die Zunge Schritt für Schritt zurück, bis sie nur noch die Zahnkante berührt.
Beim Üben lohnt es sich, mit Wörtern anzufangen, in denen das th am Wortanfang steht. Dort ist der Laut am leichtesten zu kontrollieren. In der Wortmitte, etwa in nothing oder brother, und am Wortende, etwa in bath oder with, wird es schwieriger, weil die Zunge aus einer anderen Position kommen muss.
Warum s und f danebenliegen
Beim s liegt die Zunge hinter den Zähnen und formt eine Rinne, durch die die Luft scharf entweicht. Das ergibt ein Zischen, das im Englischen deutlich anders klingt als das weiche Reibegeräusch des th. Deshalb wird aus think ein sink, aus thought ein sought, aus thin ein sin. Die Wörter existieren alle, und das ist das eigentliche Problem.
Beim f berührt die Unterlippe die oberen Zähne. Auch das ergibt einen Reibelaut, aber an einer anderen Stelle und mit anderem Klang. Aus three wird free, aus thin wird fin. Interessanterweise ist genau dieser Ersatz in einigen englischen Regionalvarietäten selbst verbreitet, weshalb er weniger auffällt als das s — verwechselbar bleibt er trotzdem.
Der Ersatz durch d oder t betrifft fast nur den stimmhaften Laut. Aus this wird dis, aus they wird day, aus the wird de. Weil the und this zu den häufigsten Wörtern des Englischen gehören, färbt dieser eine Fehler jeden zweiten Satz ein. Wer nur eine Sache ändern will, ändert diese.
Alle drei Ersatzlösungen haben denselben Ursprung: Das Gehör hat den fremden Laut einer bekannten Kategorie zugeordnet, und der Mund liefert danach zuverlässig die bekannte Bewegung. Deshalb beginnt die Korrektur beim Hören, nicht beim Sprechen. Der gleiche Mechanismus steckt hinter fast allen anderen Stolperstellen.
Wann stimmhaft, wann stimmlos
Eine wasserdichte Regel gibt es nicht, aber eine sehr brauchbare Faustregel. Funktionswörter — Artikel, Pronomen, Bindewörter — haben den stimmhaften Laut: the, this, that, these, those, they, them, there, then, though. Inhaltswörter beginnen dagegen meist mit dem stimmlosen: think, thing, three, thousand, Thursday, thick.
Im Wortinneren zwischen zwei Vokalen ist der Laut in der Regel stimmhaft: mother, brother, other, weather, together. Am Wortende überwiegt der stimmlose: bath, both, month, north, south. Die Ausnahme sind Verben wie breathe oder bathe, bei denen das stumme e am Ende den stimmhaften Laut anzeigt.
Bemerkenswert ist das Paar bath und bathe, breath und breathe. Hier trennt allein die Stimmhaftigkeit das Nomen vom Verb. Wer beide gleich spricht, verliert eine Unterscheidung, die das Englische systematisch nutzt — ähnlich wie bei anderen Wortpaaren, die sich nur im Endlaut unterscheiden.
Für den Anfang genügt es, die häufigen Funktionswörter stimmhaft und alles andere stimmlos zu sprechen. Damit liegt man in den allermeisten Fällen richtig. Die Ausnahmen lernt man später einzeln, so wie man auch die Formen von think oder andere unregelmäßige Verben einzeln lernt.
| Gruppe | Laut | Beispiele |
|---|---|---|
| Funktionswörter | stimmhaft /ð/ | the, this, that, they, them, there |
| Inhaltswörter am Anfang | stimmlos /θ/ | think, thing, three, thousand, Thursday |
| Zwischen Vokalen | meist stimmhaft /ð/ | mother, brother, weather, together |
| Am Wortende | meist stimmlos /θ/ | bath, both, month, north, south |
| Verben auf stummes e | stimmhaft /ð/ | breathe, bathe, soothe |
Minimalpaare als Werkzeug
Ein Minimalpaar sind zwei Wörter, die sich in genau einem Laut unterscheiden. Sie sind das wirksamste Werkzeug beim Aussprachetraining, weil sie das Ohr zwingen, die Unterscheidung zu treffen, statt sie aus dem Zusammenhang zu erraten. Für das th sind die wichtigsten Paare think und sink, thing und sing, three und free, thin und fin, mouth und mouse.
Der Ablauf hat zwei Richtungen. Zuerst passiv: Man lässt sich die Wörter in zufälliger Reihenfolge vorsprechen und notiert, welches man gehört hat. Erst wenn das über mehrere Durchgänge sicher gelingt, geht es aktiv weiter — man spricht die Paare selbst und lässt jemanden raten. Wer keinen Partner hat, nimmt sich auf und hört mit Abstand ab.
Danach kommen die Paare in Sätze. I think about it gegen I sink about it klingt konstruiert, aber genau diese Konstruiertheit macht den Unterschied hörbar. Anschließend sucht man Sätze, in denen das th mehrfach vorkommt, etwa mit Zahlwörtern aus dem Bereich Zahlen, wo three, thirteen und thirty dicht beieinanderliegen.
Der letzte Schritt ist der schwierigste: das th im normalen Sprechtempo. Solange man langsam spricht, gelingt der Laut meist. Unter Zeitdruck fällt die Zunge in ihr altes Muster zurück. Dagegen hilft nur Menge — viele kurze Wiederholungen über Wochen, nicht eine lange Sitzung.
Wie viel Aufwand sich lohnt
Das th hat einen zweifelhaften Ruf als Prüfstein für gutes Englisch. Tatsächlich ist es der auffälligste, aber nicht der teuerste Fehler. Der Zusammenhang rettet die Bedeutung meist: Wer sink statt think sagt, wird in einem Gespräch über Meinungen trotzdem verstanden. Andere Baustellen kosten mehr, etwa die Auslautverhärtung oder eine verschobene Wortbetonung.
Der Grund, trotzdem daran zu arbeiten, ist ein anderer: Der Laut lässt sich schnell und sichtbar verbessern. Er ist mechanisch, kontrollierbar und liefert innerhalb weniger Wochen ein Ergebnis, das man selbst hört. Das ist als Einstieg in die Aussprachearbeit wertvoll, weil es die Erfahrung vermittelt, dass sich überhaupt etwas verändern lässt.
Sinnvoll ist deshalb die Reihenfolge: erst das th, weil es schnell geht, dann die Baustellen mit größerer Wirkung. Welche das sind und woran englischsprachige Zuhörer die Herkunft eines Sprechers erkennen, hängt vor allem an den Endkonsonanten und an der Betonung.
Parallel dazu lohnt es sich, den Laut in ohnehin geübtem Material mitzunehmen. Wer feste Wendungen aus dem Bereich Begrüßung und Abschied übt oder Formen wie this, that, these und those wiederholt, hat den stimmhaften Laut automatisch mehrfach im Material und muss keine getrennte Übung dafür ansetzen.
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen /θ/ und /ð/?
- Beide werden an derselben Stelle gebildet, mit der Zungenspitze an oder zwischen den oberen Schneidezähnen. Bei /θ/ schwingen die Stimmbänder nicht, bei /ð/ schwingen sie mit. Das entspricht dem Verhältnis von f zu w oder von s zu einem stimmhaften s im Deutschen. Wer zwei Finger an den Kehlkopf legt, spürt den Unterschied sofort, auch wenn er ihn noch nicht hört.
- Ist es schlimm, wenn ich s statt th sage?
- Verstanden wird man in der Regel trotzdem, weil der Zusammenhang die Bedeutung trägt. Auffällig ist es aber, weil th in sehr häufigen Wörtern vorkommt und damit in fast jedem Satz zu hören ist. Da sich der Laut mechanisch üben lässt und schnell besser wird, lohnt der Aufwand mehr als bei Baustellen, an denen man monatelang arbeitet.
- Wie lange dauert es, bis das th sitzt?
- Die Bewegung selbst ist an einem Nachmittag gelernt. Sie im normalen Sprechtempo automatisch abzurufen, dauert Wochen. Realistisch sind zwei Minuten täglich über drei bis vier Wochen, bevor der Laut auch unter Zeitdruck hält. Wer stattdessen einmal eine Stunde übt und dann pausiert, fängt beim nächsten Mal fast von vorn an.
- Gibt es englische Wörter, in denen th wie t gesprochen wird?
- Ja, es sind wenige und meist Namen oder Lehnwörter: Thomas, Thomson, Thames, thyme. Sie folgen keiner Regel und werden einzeln gelernt, ähnlich wie unregelmäßige Formen bei Verben, etwa teach oder tell. Von der Hauptregel lenken sie nicht ab, weil sie im Alltag selten vorkommen.
Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 10. September 2026
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