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make oder do: die Regel, die es nicht gibt

Warum die Faustregel vom Herstellen und Tun nicht trägt, und welche Listen stattdessen helfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die verbreitete Regel „make ist herstellen, do ist tun“ erklärt nur einen Teil der Fälle.
  • Beide Verben stecken in festen Wendungen, die man als Ganzes lernt.
  • Das Deutsche hilft hier nicht, weil es für beides meist „machen“ benutzt.
  • Rund zwanzig Wendungen decken den größten Teil des Alltags ab.

Warum die Frage überhaupt entsteht

Die Frage make oder do stellt sich fast nur Deutschsprachigen und Sprechern ähnlicher Sprachen. Der Grund ist einfach: Das Deutsche benutzt für beide Fälle dasselbe Wort. Man macht seine Hausaufgaben, man macht einen Fehler, man macht Geschäfte und man macht Abendessen — im Englischen fällt das auf zwei Verben auseinander.

Dazu kommt, dass der Unterschied keine Bedeutung trägt, die man hören könnte. Wer „do a mistake“ sagt, wird verstanden; es klingt nur falsch, so wie im Deutschen „einen Fehler tun“. Genau solche Fehler halten sich besonders lange, weil niemand sie korrigiert.

Die gute Nachricht ist, dass der Bereich klein ist. Es geht um einige Dutzend feste Verbindungen, nicht um ein Regelsystem. Wer sie kennt, hat das Thema erledigt.

Die Faustregel und ihre Grenze

In Lehrbüchern steht meist: make für etwas, das entsteht, do für Tätigkeiten. Das erklärt „make a cake“ und „do the washing“ — und scheitert an „make a decision“, „make an effort“ oder „do business“. Bei einer Entscheidung entsteht nichts, und Geschäfte sind keine Hausarbeit.

Die Regel ist deshalb ein Anhaltspunkt, keine Entscheidungshilfe. Sie hilft beim ersten Zugriff und versagt genau dort, wo man unsicher ist. Wer sich auf sie verlässt, produziert die Hälfte der Fälle falsch.

Verlässlicher ist der umgekehrte Weg: die häufigsten Verbindungen als Ganzes lernen, so wie man Vokabeln lernt. Nicht „make“ plus Regel, sondern „make a decision“ als ein Eintrag.

Wo do steht

do steht bei Arbeiten und Pflichten, oft solchen, die sich wiederholen: do the dishes, do the laundry, do the cleaning, do the shopping, do homework, do a job. Viele davon stehen im Wortfeld Hausarbeit. Das sind Tätigkeiten ohne sichtbares Ergebnis, das einen eigenen Namen bekäme.

do steht außerdem bei unbestimmten Angaben: do something, do anything, do nothing, do everything. „What are you doing?“ ist die Standardfrage nach einer Tätigkeit, und hier kommt make nie vor.

Eine dritte Gruppe betrifft Leistungen und Ergebnisse im weiteren Sinn: do well, do badly, do your best, do harm, do good, do damage, do a favour. Hier ist der deutsche Begriff oft ein ganz anderer, was das Merken erleichtert.

Wo make steht

make steht bei Dingen, die entstehen: make a cake, make coffee, make a noise, make a mess, make a copy. Das ist der Teil, den die Faustregel abdeckt, und er macht etwa die Hälfte der Fälle aus.

make steht ebenso bei Entscheidungen und sprachlichen Handlungen: make a decision, make a choice, make a suggestion, make a promise, make an offer, make a complaint. Hier entsteht nichts Greifbares, aber etwas wird in die Welt gesetzt — das ist der gemeinsame Nenner.

Eine dritte Gruppe sind Beziehungen und Gefühle: make friends, make an impression, make sense, make sure, make an effort, make time. Diese Verbindungen sind besonders häufig und lohnen das Lernen zuerst.

Die zwanzig Wendungen, die reichen

Für den Alltag genügt eine überschaubare Liste. Auf der do-Seite: do homework, do the dishes, do the shopping, do the laundry, do a job, do business, do someone a favour, do your best, do well, do nothing.

Auf der make-Seite: make a decision, make a mistake, make money, make friends, make sure, make sense, make an appointment, make a suggestion, make progress, make time. Für den beruflichen Gebrauch lohnt daneben das Wortfeld Besprechung.

Wer diese zwanzig sicher kann, trifft in den meisten Gesprächen richtig. Alles Weitere kommt beim Lesen dazu, und zwar im Satz — die Form, in der solche Verbindungen am besten haften, wie der Beitrag über Vokabeln vergessen zeigt.

Fälle, in denen beides möglich ist

Manchmal sind beide Verben korrekt und bedeuten Unterschiedliches. „make a test“ heißt, einen Test zu entwerfen; „do a test“ heißt, ihn zu schreiben. Wer als Lernender „make“ sagt, meint fast immer das Zweite.

Ähnlich funktioniert es bei „make dinner“ und „do dinner“. Das erste heißt kochen, das zweite ist umgangssprachlich und meint, sich um das Abendessen zu kümmern, etwa in einem Lokal. Im Zweifel ist „make dinner“ die sichere Wahl.

Solche Paare sind selten und kein Grund zur Sorge. Wichtiger ist, die Standardfälle zu treffen; die Feinheiten erschließen sich später aus dem Kontext.

Wie man es sich merkt

Am wirksamsten ist das Lernen in ganzen Sätzen aus dem eigenen Leben. „I have to do the laundry on Saturday“ bleibt eher hängen als das Wortpaar „do — Wäsche“, weil es eine Situation mitliefert.

Hilfreich ist außerdem, beide Gruppen getrennt zu üben statt gegenüberzustellen. Wörter, die man gemeinsam lernt, verwechselt man später leichter — ein Effekt, der bei ähnlichen Paaren gut bekannt ist.

Ein dritter Weg führt über das Hören. In Serien und Gesprächen kommen diese Verbindungen ständig vor. Wer bewusst darauf achtet, korrigiert sich nach einigen Wochen selbst, ohne eine Liste gelernt zu haben.

Verwandte Stolperstellen

Dasselbe Muster gibt es bei anderen Verbpaaren, die im Deutschen zusammenfallen. „say“ und „tell“ sind der bekannteste Fall und richten mehr Schaden an als make und do — dazu gibt es einen eigenen Beitrag über say, tell, speak und talk.

Auch bei Präpositionen tritt das Problem auf: Das Deutsche hat eine, das Englische mehrere, und keine Regel hilft. Die Übersicht zu Präpositionen nach Verben behandelt genau diese Fälle.

Gemeinsam ist allen: Sie lassen sich nicht ableiten, sondern nur merken. Das klingt unbefriedigend und ist die schnellere Lösung, weil das Suchen nach einer Regel mehr Zeit kostet als das Lernen der Liste.

Wie man es überprüft

Der einfachste Test ist eine Suche in einem einsprachigen Wörterbuch nach dem Substantiv, nicht nach dem Verb. Unter „decision“ steht „make a decision“, unter „homework“ steht „do“. Das dauert zehn Sekunden und ist verlässlicher als jede Faustregel.

Ein zweiter Test ist der Klangvergleich. Wer viel gehört hat, merkt bei der falschen Verbindung ein leises Stolpern. Dieses Gefühl entsteht nur durch Kontakt und ist der Grund, warum viel Lesen und Hören solche Fragen mit der Zeit erledigt.

Für die aktive Sicherheit hilft eine kleine Selbstprüfung: Schreibe zehn Sätze über deine Woche, in denen make oder do vorkommen, und prüfe sie anschließend nach. Was du dabei falsch hattest, ist deine persönliche Liste.

Häufige Fragen

Gibt es eine einfache Regel für make und do?
Nicht wirklich. Die verbreitete Regel — make für Hergestelltes, do für Tätigkeiten — trifft etwa die Hälfte der Fälle und versagt bei Entscheidungen, Geschäften und Gefallen. Feste Wendungen zu lernen ist schneller als die Suche nach einer Regel. Wer den Umgang mit solchen festen Verbindungen grundsätzlich verbessern will, findet in Wortschatz aufbauen das Vorgehen.
Heißt es do a mistake oder make a mistake?
make a mistake. Dasselbe gilt für make an error. Wer „do“ sagt, wird verstanden, klingt aber deutlich nach Übersetzung aus dem Deutschen.
Wie viele Wendungen muss ich lernen?
Etwa zwanzig decken den Alltag ab, jeweils zehn pro Verb. Alles Weitere sammelt sich beim Lesen und Hören von selbst an, wenn man auf diese Verbindungen achtet.
Ist der Fehler schlimm?
Verständlich bleibt man immer. Es ist ein Marker, an dem Muttersprachler sofort hören, dass Englisch nicht die Erstsprache ist — vergleichbar mit einem falschen Artikel im Deutschen.

Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 03. Oktober 2026

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